Inselarchiv


Die Heimreich-Chronik 

ein Festakt am 07. März 2026
... und so berichten die "Husumer Nachrichten" am 2.März 2026 über das Jubiläum ...

Das erste Geschichtsbuch über Nordfriesland 

Wie Anton Heimreich auf Nordstrandischmoor das Bild der Region prägte
 von Thomas Steensen
 Nordfriesland:
 Es gibt bisher kein Denkmal, nicht einmal einen Gedenkstein, der an ihn erinnern würde. Und doch war und ist er der bekannteste und einflussreichste Geschichtsschreiber Nordfrieslands: Anton Heimreich. Als Erster überhaupt gab er ein Geschichtsbuch der Region heraus: die „Nordfresische Chronick“. Unzählige Male ist sie seitdem zitiert worden.
 
Mit acht Jahren die zweite „Mandränke“
Geboren wurde er vor genau 400 Jahren, am 5. März 1626 in der Trindermarsch auf dem alten Nordstrand. Sein Vater amtierte dort als Pastor. Anton war acht Jahre alt, als die zweite „Mandränke“ die große Insel zerstörte, die sich in der Form eines Hufeisens in der Husumer Bucht erstreckte. Diese „landverderbliche Sündenflut“ beschrieb er ausführlich in seiner Chronik.
Nach dem Theologiestudium in Helmstedt, Jena und Leiden bereiste er Deutschland, Frankreich, England, Italien, Ungarn und Böhmen. Er war also ein weltgewandter Mann. Aber sein ganzes Berufsleben verbrachte er in der kleinen Welt der Hallig Nordstrandischmoor, einem Rest der einstigen reichen und fruchtbaren Insel. Von 1652 bis zu seinem Tod 1685 war er hier Pastor. Er nannte die Hallig einen „zwar schlechten, doch ihn vergnügenden Ort“.
In der abgeschiedenen Halligwelt verfasste er sein Hauptwerk: die 1666 erstmals und 1668 in erweiterter Form erschienene „Nordfresische Chronick“. Dabei hatte er ganz Nordfriesland im Auge, aber der Schwerpunkt lag wegen der für ihn erreichbaren Quellen auf Nordstrand und Eiderstedt. Er stützte sich vor allem auf Arbeiten der Chronisten Matthias Boetius, Johannes Petreus und Peter Sax, außerdem auf heute verlorene Geschichtsquellen.
Deren Überlieferung sowie die Nachrichten aus seiner eigenen Zeit machen die Chronik besonders wertvoll, während sie in der älteren Geschichte vielfach auf Spekulationen beruht. In einem Brief an Peter Sax nannte er seine Absicht, „unser Vaterland, das mitten in den Wassern fast versunken ist, auf irgend eine Weise von den Toten wieder zu erwecken“. So war sein Werk als eine Art „innerer Wiederbedeichung“ zu verstehen, eine Selbstvergewisserung nach der Katastrophe, die viele Tausend Menschenleben gekostet hatte.
Heimreich erlebte das bittere Schicksal seiner Landsleute mit. Nach der verheerenden Flut waren sie zur Wiederbedeichung nicht in der Lage. Der Landesherr rief Niederländer herbei. Heimreich musste die herzoglichen Verfügungen von der Kanzel verlesen. Die Einheimischen wurden „Fremdlinge im eigenen Vaterlande“. Den neuen Herren dienten die einstigen freien Bauern nur noch als Landarbeiter oder Pächter. Nicht wenige verließen die Heimat, sodass „die annoch übergebliebene Nordstrandingers wundersamer Weise in der Welt seyn zerstreuet“, schreibt er.
Manches, was heute unumstößlich zur Überlieferung Nordfrieslands gehört, stammt aus Heimreichs Chronik. Er erzählt die Sage von Rungholt, der bei der ersten Mandränke drei Jahrhunderte zuvor versunkenen, angeblich überaus reichen Stadt, deren übermütige Bewohner in den Fluten umkamen. Und er prägt einen der bekanntesten Wahlsprüche Nordfrieslands: „Trutz, blanke Hans!“ Darin spiegelt sich ein Grundthema regionaler Geschichte, die Auseinandersetzung mit der Nordsee. Der Dichter Detlev von Liliencron machte daraus später eine Ballade, die ganze Schülergenerationen auswendig lernten.
 
Ein „Denkmal“ für die friesische Sprache
Als eine Besonderheit nennt Heimreich die friesische Sprache. Er betont, dass diese „so wohl als andere ausländische Sprachen geschrieben werden“ könne, was bis dahin fast nie geschehen war. Zum Beweis nahm er zwei Gedichte in seine Chronik auf. Sie zählen zu den ältesten Sprachdenkmälern des Nordfriesischen überhaupt. Die Sturmflut von 1634 hatte aber zur Folge, dass die friesische Sprache auf Nordstrand und Pellworm „unterging“.
Anton Heimreichs einziger Sohn Heinrich (1661–1730) folgte seinem Vater als Pastor auf Nordstrandischmoor. Er setzte auch die historischen Aufzeichnungen fort und musste ebenfalls über schwere Sturmfluten berichten, nämlich die Weihnachtsflut 1717 und die Neujahrsflut 1721.
Mit seiner nordfriesischen Chronik hat sich Anton Heimreich ein Denkmal gesetzt. Aber eines in der Gemeinde Nordstrand zur Erinnerung an ihn fehlt.
 
 

Zu den Aufgaben des Archivs hier ein Auszug aus
der Satzung und Nutzungsordnung des Heimatvereins Nordstand:

 
  1. Sammeln und Bewahren von Schriftgut, Bild-, und Tondokumenten sowie Sachgegenständen zur Nordstrander Geschichte.
  2. Die Pflege der plattdeutschen Sprache durch Sammeln von Schrift- und Tondokumenten.
  3. Das systematische Ordnen und Verwalten der Dokumente.
  4. Die Dokumente sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Die Archivgruppe trifft sich regelmäßig jeden 1. Donnerstag im Monat nachmittags zur Besprechung und Archivierung

Am 16.03.2017 zog die Archivgruppe um in angemietete Räume
des Nommensenhauses, Odenbüll.
Der Archivgruppe gehörten an:
Wolf-Dieter Dey, Hans Harro Hansen, Theo Hansen,
Irmtraud und Eduard Fischer, Winfried Gutbier, Karl-Ludwig Petersen,
Holger Winkel, Gerda Sprengel und Regine Brauer.
 
Stand 2022: Ausgeschieden sind inzwischen
Theo Hansen und Karl-Ludwig Petersen.
Leiter der Gruppe ist Wolf-Dieter Dey,
der auch die Archivierung am PC vornimmt.
Schriftführerin Regine Brauer.

Im April 2025 konnten neue Archivräume angemietet werden.
Dadurch ist eine bessere Zugänglichkeit der Objekte gegeben!
 

 
 
Entstehung der  Archivgruppe

Bemühungen, auf Nordstrand ein Heimatmuseum einzurichten,
waren lange ergebnislos. Als jedoch in den Jahren 1994 und
1995 die alt-katholische Kirche und das Pastorat, sowie die alte
Bibliothek renoviert und restauriert wurden, kam der Gedanke
an ein Heimatmuseum wieder auf. Die alten Bücher fanden
ihren Platz in neuen Glasvitrinen im Gemeinderaum des alt-
katholischen Pastorat. In diesem Zusammenhang wurde in der
Presse und auch mündlich eine Grundlage für ein kleines
Heimatmuseum propagiert.

Eine Zusammenarbeit zwischen
Pastor Georg Reynders, Kirchenführung, und Hans-Harro
Hansen, Nordstrander Geschichtsführung, kam zustande.
Aus dieser Zusammenarbeit wurde der Gedanke für ein Heimat-
museum gestärkt und man beschloss, etwas zu unternehmen.
Gedacht war in erster Linie, Schriften über Themen der Nord-
strander Geschichte zu erstellen, die noch in keinem Schrifttum
festgehalten waren, sowie an eine Dokumentensammlung von
der Bevölkerung. Diese Idee setzte ein sensibles Vorgehen
voraus, um in der gesamten Bevölkerung Zustimmung zu
finden. So kam man überein, daß Hans-Harro Hansen, als
Einheimischer einen Versuch unternehmen sollte.
um Interessierte zu finden.

In einem Gespräch mit Dorothea Domeyer vom
Moordeich verwies sie auf Schuldirektor Wolf-Dieter Dey der
bestimmt interessiert sei, ebenso brachte man Ernst-Jürgen
Ingwersen, Osterdeich, in Erinnerung, der ein guter Kenner der
Nordstrander Geschichte und ein eifriger Sammler von alten
Bildern und Dokumenten war. Zu diesen beiden wurde der
Kontakt hergestellt. Beide willigten zur Zusammenarbeit ein.
Am 16.01.1997 war die erste Zusammenkunft in der
Herrendeichschule und die Arbeitsgemeinschaft
„Nordstrand gestern und heute“
wurde gegründet. Ziel der Arbeitsgruppe; Aufbau
eines Archivs, um sich in ein Heimatmuseum einzuordnen.
Ferner wurde beschlossen, sich der Gemeinde, dem Amt und
der Bevölkerung vorzustellen..
 
Dies wurde in einzelnen Terminen verwirklicht. Im Laufe der
Monate entstand die "Arbeitsgemeinschaft Archiv". Mit dem
Wechsel von der Herrendeichschule als Versammlungsort in
den altkatholischen Gemeinderaum trat auch Pastor Georg
Reynders der Gruppe bei, ebenso im Juli Ida Thater,
Rungholtweg, und im August folgte Regine Brauer vom Westen.
Am 07.11.1997 schloss man sich als „Arbeitsgruppe Archiv“ dem
neu gegründeten Nordstrander Heimatverein an. Zum Sprecher
wurde von den Mitgliedern Hans-Harro Hansen gewählt.
 
 
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letzte Änderung: 23.08.2026

 

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